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Drebbel Gin

Marke/Gin: Drebbel Gin

Art: London Dry Gin

Kategorie: Wacholder Gin / Scharfe Gins

Herkunft: Niederlande

Alkoholgehalt: 43 % Vol

Hersteller: Ysberg BV, Postbus 2233, NL-3000 CE Rotterdam


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Beschreibung

Zutaten:

Wacholder, Koriandersamen, Zitrusschalen und weitere geheime Zutaten

Drebbel Gin - A little bar story

Supervisor: “Hallo, ihr Tisch wird eben vorbereitet. Bitte setzen Sie sich gern so lange an die Bar, bis ihr Tisch bereit für Sie ist. Wünschen Sie einen Drink?

Du: “ Vielen Dank. Ich hätte gern einen Gin and Tonic.

Bartender: “Selbstverständlich, welcher Gin soll es denn werden?

Da war sie wieder. Die wohl spannenste und zugleich kontroverseste Fangfrage, die im Zuge einer Gin-Bestellung gestellt werden kann. Nicht nur Barkeeper, auch Hobby-Mixologen, Home-Bartender und Ginthusiasten stehen dieser Frage immer wieder gegenüber und immer wieder kommt die Gegenfrage: “Worauf hast du Lust?!”

Mein Auge fiel auf die üppig ausgestattete Bar und wie immer gleiten sie über die verschiedenen Flaschen und Farben, Etiketten und Formen. Wenn wir ehrlich sind, bewegt uns hier vieles. Stimmung, Lust und die grundimmunisierte Vorstellung, dass ein G&T manchmal einfach nur ein Gin & Tonic sein sollte. Vor allem bei einer so üppigen Auswahl. Da suche ich dann meist etwas solides. Geht es euch auch so?

Der Barkeeper bemerkte mein leuchten in den Augen aber auch meine Unentschlossenheit. Er wusste, was mir durch den Kopf ging wie so vielen Kunden zuvor. Er stellte mir eine Flasche und ein Tastingglas vor die Nase mit der Bitte, diesen zu probieren. Drebbel Gin

Er erklärte mir: Mit eben diesem Gedanken, welchen im Gesicht stehen hatte, gründeten ein paar Niederländer den Drebbel Gin. Er soll diese eine Frage schnell, effektiv und geschmackvoll beantworten. Man soll sich bei ihm keine Gedanken machen müssen, sondern wissen, hier kommt etwas klassisches das schmeckt – Nicht mehr und nicht weniger. Simpel, elegant – Einfach Drebbel.

Mit dieser Aussage ließ ich die Flasche unprobiert stehen und sagte, schenk mir ein.

Die Story:

Beim betrachten des Etiketts und der Erzählung des Barkeepers, kann ich euch auch etwas über den Drebbel Gin erzählen:

Als die Gründer die Idee zum Drebbel Gin hatten war ihnen bewusst, dass sie sich keiner großen Story bedienen wollten. Nein, sie wollten einen Gin, der im Preis-Leistungsverhältnis immer noch den Wunsch und Anforderungen eines Premium Craft Gins nachkommt und dennoch erschwinglich ist. Inspiration fanden sie allerdings doch. Und zwar in einem niederländischen Helden, der mit seinem Mut und seiner Zielstrebigkeit den Jungs die Motivation gab die sie benötigten.

Cornelis Jacobszoon Drebbel war Erfinder, Ingenieur, Maler, Alchemist und Entdecker. Im Jahre 1620 baute Drebbel das erste U-Boot für die Royal Navy, mit dem er sogar, zusammen mit König James I., eine Unterwassertour durch die Themse unternahm. Sein Mut trug dazu bei, dass die Aufgabe angepackt wurde. 

Denn London Dry Gins gibt es reichlich. Jedoch war einer der interessanten Beweggründe, dass man sich aus dem Lande des Gins keinem Jenever oder Holländers bedienen wollte. Denn die Holländer können so viel mehr und man darf nicht vergessen, dass die meisten Brennmeister Englands damals zum Lernen rüber kamen. Ebenso sollte es diese “flüssige hochwertige Kompromisslosigkeit” zu einem erschwinglichen Preis geben, bei dem der Genießer nicht zweimal überlegen muss. Ein Gin, der kein Vermögen kostet und dennoch dem höchsten Destillationsniveau und niederländischer Tradition entspricht – Für ein breites Publikum.

Das Team hinter Drebbel Gin kommt aus vollkommen verschiedenen Bereichen von Event-Marketing- und Kommunikationsexperten bis hin zu Fachleuten der Wein- und Spirituosenindustrie. Gebrannt wird der Drebbel Gin in Small Batches in der Toorank Distilleries und bezieht seine Zutaten aus der ganzen Welt.

Die Herstellung:

Wenn ein Gin aus einem Land kommt, in dem dieser quasi erfunden wurde, kann er auf eine jahrhundertealte perfektionierte Wissensbibliothek und Traditions-Brennkunst zurückgreifen. Der Drebbel Gin nutzt hier eine kleine aber feine Palette verschiedenster Botanicals von der ganzen Welt. Ebenfalls eine tolle Hommage, denn die Niederlanden waren zu der Zeit das größte Handelsunternehmen der Welt und bekamen viele Güter und Gewürze.

Mit dem London Dry Verfahren bindet sich die Marke selbst an strenge Regeln zu Herstellung des wacholderlastigen Destillats.

Geruch und Geschmack

Schaut mich nicht so an. Ja ihr! Warum ich den Gin noch nicht pur probiert hab? Weil der Bartender sagte, dass er perfekt in einem … Ja, Ok, ihr habt ja recht. Seid ruhig und setzt euch wieder, ich werde den Gin pur probieren, während ich warte. 😀

Meine Nase nimmt einen angenehme Wacholder wahr mit einer leichten Schärfe und einer minimalen Zitronenfrische. Ein sehr leichter, smoother und weicher Duft. Der einerseits einen klassischen Wacholder ankündigt, jedoch in seiner Einfachheit und Balance den anderen Zutaten nicht im Wege zu stehen scheint. Das leichte Kribbeln kommt entweder von einem Ingwer oder Pfeffer-Anteil, von dem wir noch nichts wussten. Der weiche und süße Anteil, welcher minimal zum Ende zu vernehmen ist, könnte elegant eine versteckte Vanillenote wiedergeben.

Im Geschmack allerdings potenziert sich dieser simple Eindruck der Nase. Getreu eines London Dry Gin rollte eine Woge aus Wacholder und Koriander über die Geschmacksnerven. Geradezu explosionsartig nimmt dieser erste Eindruck den Mundraum ein und wird von einer dezenten Frische von Zitrus begleitet, die sich nach und nach aufbaut aber dennoch im Hintergrund verbleibt.

Überraschend ist ebenso die Schärfe, welche hier warm, feurig und bis zum Abgang ihr Debüt hält. Einige würden sagen, dass der Alkohol hier wirkt aber dafür ist die Schärfe zu definiert. Wir tippen auf Pfeffer aber vor allem Ingwer und eventuell andere Zutaten. Der Gesamteindruck ist ein wuchtiger aber gut ausbalancierter London Dry mit leichten Noten von Vanille und Ingwer zum Ende hin.

Als ich das Glas abstellte, stand der  Barkeeper schon lange da und sah mich vielsagend und grinsend an, stellt wortlos mein Glas Gin and Tonic ab und widmete sich wieder anderen Kunden.

Passende Tonic Water:

Der Drebbel Gin ist für einen Gin and Tonic gemacht. Mein erster Schluck gab mir die Gewissheit, dass der Bartender sich an einem ebenso klassischen Tonic Water bediente und garnierte das Ganze mit einer Zitruszeste. Ich bin sicher man kann bei diesem Gin ebenso gut Pfeffer nehmen, etwas Rosmarin oder gar eine Orangenzeste. Vieles ist möglich und ebenso auch die Tonic Water sind breit nutzbar. Was mir sofort auffällt ist, wie der Gin im Tonic Water aufzugehen scheint. Man nimmt mehr und mehr Facetten der einzelnen Zutaten wahr.

Zu diesem Klassiker passt ebenso … richtig, die guten alten Mediterranean und die Dry Tonic Water. Alle mit der soliden Funktion die jeweiligen Nuancen etwas zu verstärken, je nach Stimmung. 

Während ich meinen 2. Gintonic genoss, blickte ich über die Schulter und sah, dass mein Tisch bald fertig ist.

Fazit:

Ich nippte noch einmal um mir entgültig eine Meinung über den holländischen Drebbel Gin zu erlauben. 

Während man beim Drebbel Gin erwartet, dass ein leichter, rutschfester Gin ins Glas gleitet ohne großen TamTam, wird man allerdings völlig unerwartet überrannt von einer wuchtigen und interessanten Geschmacksbombe. Der London Dry bedient sich einerseits der klassischen Noten ala Wacholder und Koriander, verknüpft diese aber mit einem überraschenden Welle von würziger Schärfe, kombiniert mit dezenter Frische von Zitronen. Ich sage es gleich, der Gin ist keine softe Nummer und das finde ich persönlich gut. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass er pur nicht jedem liegt und dem Eindruck von Spritig an den Tag legen mag. Ich widerspreche dem etwas und sage die Schärfe ist zu komplex, um einfach “nur Alkohol” zu sein.

 

Im Gintonic allerdings, haltet euch fest, entfaltet der Drebbel Gin seine wahre Größe. Was vorher im Pur-Geschmack sich auf eine Weise verschlossen gab, als wäre der Knoten des Zutatenstrausses noch verschlossen, so geht er im Tonic Water richtig auf und lässt mehr Facetten des Drebbel Gins frei. Also hier habt ihr euch versteckt.

 

Der Supervisor: “Der Tisch ist fertig und wenn Sie es möchten, bringe ich Sie gerne nun zu Ihrem Platz.

Ich: Mein Blick schweift zum Barkeeper und da war er, der Blick zwischen Kunde und Gastgeber der einem sagt, schenk mir noch einen nach.

Ich nahm mein Glas mit zu Tisch, um den Gin and Tonic in vollen Zügen weiter zu genießen, während ich auf meine Begleitung wartete. Mir fiel eben auf, dass ich keinen Gedanken mehr an einen anderen Gin verwendet habe … und manchmal denke ich, so soll es sein. Für den heutigen Abend hat alles gepasst …

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